Router-Typen
Die Funktionalität ist bei allen Routern im Prinzip gleich, trotzdem gibt es verschiedene Typen dieses Koppelelementes, die unterschiedliche Eigenschaften besitzen.
Single Protocol Router (SPR)
Single Protocol Router (Einzelprotokoll-Router) gehören zu den Low-End-Produkten und werden nur noch wenig eingesetzt. Wenn auch heute noch solche Geräte im Einsatz sind, so wird bei Neuanschaffungen eher nicht mehr in einen solchen Typ investiert. Ein SPR verbindet LAN-Subnetze auf der Basis von nur einem einzelnen Protokoll der Netzwerkebene, daher der Name. Es kann sich um eine LAN-LAN- oder LAN-WAN-Verbindung handeln, z.B. via X.25.
Multi
Protocol Router (MPR)
Multiprotokoll-Router wurden in den letzten Jahren verstärkt entwickelt. Dadurch ist der Router beim Einsatz in den heutigen komplexen Netzwerken als Alternative zur Brücke wieder interessant geworden. MPR können, im Gegensatz zu SPR, mehrere Protokolle parallel abhandeln. Ein Router besitzt Implementationen mehrerer Layer-3-Protokolle, sogenannte Protokoll-Stacks, anhand derer er die verschiedenen logischen Netzwerke untereinander verbinden kann. Dadurch werden Mehrfach-Backbones, welche pro Protokoll einen logischen Backbone mit einem eigenen SPR enthalten, eliminiert und daraus Kosten für mehrere Geräte gespart - ein einziger MPR reicht nun zur Kopplung aller Protokollwelten im Backbone aus. Bei Ankunft eines Paketes stellt der Router anhand der Adress- und anderer Informationen fest, um welches Protokoll es sich handelt und verarbeitet es mit der entsprechenden Protokollroutine. Doch auch hier erfolgt die Verbindung der verschiedenen Protokollwelten nur im Sinne einer LAN-WAN-LAN-Kopplung (z.B. IP - IP, DECnet - DECnet), nicht zwischen verschiedenen LAN-Protokollwelten (z.B. nicht DECnet - IP). Hier müsste ein Gateway eingesetzt werden. Bei der Übertragung spielt es auch keine Rolle, welches Übertragungsmedium gewählt wird (Ethernet, Token Ring, FDDI, etc.)
Hybride Router, Router mit Brückenfunktion
Der Brücken-Router ist ein Verbund von Brücke und Router, er ist im wesentlichen eine Erweiterung des MPR. Kommt ein Paket an, das nicht geroutet werden kann (z.B. weil das Protokoll nicht im Router implementiert ist), stellt sich der Router quasi um auf Brücke und transportiert das Paket nach Brückenfunktion weiter.
Ein ankommendes Paket wird erst gepuffert. Dann werden die Kontrollinformationen interpretiert (Adresse, Protokolltyp), und erst jetzt wird entschieden, ob dieses Paket geroutet oder gebrückt wird. Da in der Regel mit der Brückenfunktionalität nur gleiche LAN's verbunden werden (z.B. Ethernet - Ethernet), wird eine neue Protokollunabhängigkeit erreicht. Es können jetzt nämlich wieder alle Anwendungen 'transparent' über einen Brücken-Router laufen. Diese Mehrfunktionalität schlägt sich allerdings auch im Preis deutlich nieder!
Core Router
Core-Router werden von Providern eingesetzt, um im Zentrum des Netzes Datenströme zusammenzufassen und weiterzuleiten. Die wichtigsten Hersteller in diesem Markt sind heute Cisco, Juniper und Avici. Nur Avicis Lösung überschreitet die Terabit-Grenze. Auch Firmen wie Lucent, Nortel, Pluris u. a. haben mittlerweile Terabit-Systeme im Programm, die jedoch im Markt noch keine große Rolle spielen (Stand 2001).
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