xDSL - Grundlagen
Inhalt:
1.) ADSL - Technik
2.) xDSL - Varianten
3.) Der Splitter - Funktion
4.) Störfaktoren der Datenübertragung
5.) Begriffsbestimmung / Zusammenfassung
1.) ADSL:
ADSL ist deutlich schneller als
ISDN.
Der Trick: Die Daten werden
nicht, wie bei Modem oder ISDN, in hörbare Töne umgewandelt, sondern in unzählige
verschiedene, für den Menschen nicht wahrnehmbare Frequenzen. Dadurch lassen
sich deutlich mehr Daten gleichzeitig über das Kupferkabel verschicken. Die Übertragung
wird dadurch wesentlich schneller. Weiterer Vorteil: Während der Datenübertragung
können Kunden problemlos gleichzeitig telefonieren. ADSL bietet außerdem quasi
eine Standleitung: Wer ins Internet gehen will, muss keine Wähl-Software
starten – die Verbindung wird automatisch hergestellt.
ADSL ist allerdings nur eine
Variante einer ganzen Familie von Übertragungsmethoden, die als xDSL bezeichnet
werden. Z.B., SDSL, das „S“ für "Symmetric"
drückt ein technisches Leistungsmerkmal aus: nämlich dass in beide Richtungen
die gleiche Übertragungsgeschwindigkeit möglich ist.
2.) Die
wichtigsten DSL-Varianten:
Allen xDSL-Varianten gemeinsam
ist die Basistechnologie "Digital Subscriber Line" – zu Deutsch
"digitale Teilnehmer-Anschlussleitung". Die wichtigsten
"Familienmitglieder" der DSL-Familie sind ADSL, SDSL und HDSL. Die
DSL-Signale werden wie die Telefonsignale über die gleichen Leitungen
geschickt, sind also eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung, die jeweils nur von diesem
einen Anwender genutzt wird.
Dabei verwendet DSL aber andere
Frequenzen als das Telefon. Das analoge Telefonsignal arbeitet im Bereich von 0
bis 4 kHz. Im Technik-Jargon wird es mit POTS abgekürzt ("Plain Old
Telephone Signal", wörtlich: "das gute, alte Telefonsignal").
ISDN deckt das Spektrum von 0 bis 130 kHz ab. DSL-Übertragungen nutzen den
Bereich ab etwa 25 kHz.
ADSL-Technologie
benutzt die herkömmliche Telefonleitung, bietet aber in den beiden Übertragungsrichtungen
unterschiedliche Geschwindigkeiten – deswegen auch die Bezeichnung
"asymmetrisch". Zum Anwender hin (Downstream) können theoretisch bis
zu acht Megabit pro Sekunde fließen, umgekehrt sind es bis zu ein Megabit. Die
Leistungsfähigkeit hängt auch von der Entfernung zwischen Sender und Empfänger
ab: Die Reichweite von ADSL beträgt etwa 5 Kilometer. Zusätzlich bietet ADSL
auch den herkömmlichen Telefondienst.
In der Praxis bietet ADSL zur
Zeit in Form von T-DSL lediglich 768 Kilobit Downstream. Das bedeutet immer noch
eine gewaltige Steigerung der Übertragungsgeschwindigkeit. In der Gegenrichtung
vom Anwender zum Internet-Provider (Upstream) ist die Datenrate allerdings
geringer: bis zu 640 Kilobit. Auch hier geizt die Telekom vorläufig und bietet
bei T-DSL nur 128 Kilobit Upstream. Das ist in der Regel jedoch zu verschmerzen,
denn der durchschnittliche Anwender benötigt selbst kaum eine so hohe Übertragungsrate.
Denn in der Regel fordert er nur neue Webseiten an oder versendet E-Mails.
SDSL
(Synchronous Digital Subscriber Line) wiederum ist ein Sammelbegriff für
providerabhängige DSL-Varianten über das normale zweiadrige Telefonkabel kann
mit oder ohne Telefondiensten arbeiten. Im Gegensatz zu ADSL ist die
Geschwindigkeit bei SDSL in beiden Richtungen gleich hoch. Das ist für Anwender
wichtig, die nicht nur im Internet surfen, sondern selbst große Datenmengen
losschicken – wie sie zum Beispiel bei Videokonferenzen oder digitaler Sprachübertragung
anfallen oder wenn größere Druckdateien an Druckereien zu versenden sind.
Im Gegensatz zu ADSL ist bei
SDSL im Signal außerdem auch schon die Sprachübertragung enthalten. Die höhere
Leistung und der mit ihr verbundene technische Aufwand haben auch ihren Preis:
SDSL-Anschlüsse sind erheblich teurer als ADSL-Anbindungen.
HDSL
ist eine andere Variante von DSL und im Profi-Bereich gebräuchlich. Hinter dem
H steckt "High data rate". Die – nicht standardisierte – Technik
erlaubt Daten mit bis zu 2,3 Megabit pro Sekunde in beiden Richtungen zu übertragen,
arbeitet mit mehreren Kupferadernpaaren und benutzt Frequenzen bis 240
Kilohertz. HDSL enhält keine Telefondienste. Die weiterentwickelte Variante
HDSL-2 (2nd Generation HDSL) erreicht 1,5 Megabit pro Sekunde über ein
Leitungsadernpaar in beiden Richtungen und ist im Gegensatz zu HDSL
standardisiert.
Daneben gibt es noch weitere DSL-"Dialekte",
die derzeit aber keine größere Rolle spielen: G.Lite ADSL (oder einfach G.Lite),
RADSL (Rate Adaptive DSL, eine nicht standardisiserte ADSL-Variante) oder IDSL (Integrated
services digital network DSL), etc.
3.) Der Splitter:

Der Splitter trennt Telefon-
und DSL-Signale.
Die DSL-Informationen werden
beim Anwender mit einem sogenannten Splitter aus dem gemeinsamen
Daten-/Telefonstrom herausgeholt und zum Modem weitergeleitet. Zwischen Modem
und Computer wirkt schließlich Netzwerktechnik pur: Das ADSL-Modem ist per
10BaseT-Technik an den Computer angeschlossen. Das heißt, im PC genügt eine
einfache Ethernet-Netzwerkkarte mit der entsprechenden Schnittstelle.
Aber wie werden bei ADSL die
Frequenzen getrennt? Bis 130 kHz ist das Frequenzspektrum mit POTS oder ISDN
belegt. Oberhalb dieser Grenze bis zu 1 MHz befindet sich der von ADSL genutzte
Frequenzbereich. Zur Auftrennung dieses Bereiches benutzen die Hersteller zwei
unterschiedliche Verfahren: CAP (Carrier-less Amplitude/Phase Modulation ) und
DMT (Discrete Multi-Tone Modulation). Die beiden sind leider miteinander nicht
kompatibel. Wer ADSL benutzt, muss also sowohl Online- und Telefonanschluss
sowie die Hardware aus einer Hand nehmen. Die Alternative: Der Anwender
erkundigt sich, ob eigene Geräte mit dem Dienstangebot bei seinen Provider
funktionieren.
Je höher die Frequenz, umso schlechter ist ein Kabel für die Datenübertragung geeignet, denn dabei kommt es zu Datenverlusten. Deswegen wird beim CAP-Verfahren besonders der Downstream gebremst. Da in der Regel unbekannt ist, wie es um die Qualität der Leitung zum Endanwender bestellt ist, nimmt die Bedeutung von CAP ab. Bessere Ergebnisse erzielt DMT. Es teilt die Datenströme in mehrere Teilfrequenzen von je 4 kHz Breite auf und bestimmt die Frequenzverteilung danach, wie gut die Qualität des Signals ist. Die Telefongesellschaft bestimmt beim Einschalten für jeden Frequenzkanal die Zuteilung und teilt diese dem Modem mit.
4.) Kritische
Faktoren, die Übertragung beeinträchtigen können:
Drei mögliche Fehlerquellen
gibt es für das ADSL-Datensignal: Kabeldämpfung, Übersprechen oder
Signalreflexionen.
Die Kabeldämpfung
sorgt bei langen Leitungen dafür, dass das Signal immer schwächer wird, je länger
es unterwegs ist. Bei der Deutschen Telekom beträgt die durchschnittliche
Entfernung zwischen einem Telefonanschluss und der Ortsvermittlungsstelle ca. 2
km – das ist ein unkritischer Wert.
Beim Übersprechen
stören sich die Signale mehrerer nebeneinander liegender Kabel gegenseitig.
Auch das ist im Geschäftsbereich der Deutschen Telekom kein Problem, denn zum
einen sind aus Sicherheitsgründen sowieso maximal 70 Prozent der
Telefonleitungen in einem Strang belegt. Zum anderen dümpeln in fast allen
Leitungen nur niederfrequente Telefonsignale, die das DSL-Signal nicht stören.
Signalreflexionen
sind im Kabel selbst auftretende Störungen. Das wird normalerweise dadurch
unterbunden, dass die Endgeräte auf beiden Seiten der Leitung aufeinander
eingemessen werden. Da dies teuer ist, beschränkt die Telekom die Übertragungsgeschwindigkeit
auf 768 KBit/s im Downstream und auf 128 KBit/s im Upstream – und spart sich
die Messung.
5.) Hier
finden Sie die wichtigsten Begriffe rund um xDSL erklärt:
Adapter-Karte
Schaltplatte, die die Anbindung von Geräten an das Netzwerk ermöglicht.
ADSL
siehe unter DSL
ADSL Forum
Organisation, die verschiedene DSL-Standards entwickelt und definiert. Bietet
darüber hinaus umfangreiche Hintergrundinformationen rund um das Thema DSL (in
englischer Sprache). Im Internet zu finden unter http://www.adsl.com.
ATM (Asynchronous Transfer Mode)
Übertragungsstandard, bei dem digitale Informationen in 53-Byte-Zellen verpackt
und dann verschickt werden. Besonders geeignet für multimediale Anwendungen.
ATM-Forum
Organisation, die ATM-Standards entwickelt und definiert. Mehr Informationen (in
englischer Sprache) findet man unter http://www.atmforum.com.
Bandbreite
Größe oder Kapazität eines Übertragungskanals.
Breitband
Art der Übertragung, bei der die Bandbreite eines Übertragungskanals (Kupfer-
oder Glasfaserkabel) zwischen mehreren Signalen geteilt wird. Mit einer
breitbandigen Einrichtung können verschiedene Sprach-, Video- und Datenimpulse
gleichzeitig übertragen werden. Dies ist möglich, weil jeder der „Kanäle“
eine unterschiedliche Frequenz nutzt. Zwischen den Kanälen gibt es Zwischenräume,
die verhindern, daß es zu Überlagerungen und Störungen kommen kann.
Downstream (Rückkanal)
Beschreibt bei xDSL die Richtung vom Netzwerk zum Endgerät des Nutzers
DSL (Digital Subscriber Line)
Digitale Technologie, mit der bei herkömmlichen Kupfernetzen Übertragungsgeschwindigkeiten
erreicht werden können, die über hundertmal so schnell sind wie ISDN.
DSLAM (Digital Subscriber Line Access
Multiplexer)
Beschreibung des Systems, das DSL- und ATM-Technologien benutzt, um hohe
Geschwindigkeiten bei der Datenübertragung bei herkömmlichen Kupferkabeln zu
erreichen.
Ethernet-Karte
Spezielle Netzwerkkarte, mit der die Kommunikation zwischen dem DSL-Modem und
dem Computer ermöglicht wird. Diese wird in einen herkömmlichen PCI-Slot im PC
eingebaut.
Kanal
Oberbegriff für Kommunikationspfade auf bestimmten Medien; bei Einsatz von
Breitband-Technologien können zum Beispiel verschiedene Kanäle gleichzeitig über
ein Medium laufen.
Splitter
Der Splitter ist eine Schnittstelle, die als erste Einheit an die Anschlußleitung
angeschlossen wird. Über den einen Ausgang des Splitters wird die normale
Kommunikation abgewickelt, über die andere Schnittstelle läuft der DSL-Anschluß.
Der Splitter sorgt für die Trennung der beiden unterschiedlichen Frequenzbänder.
Standleitung
Feste Verbindung, die der Provider einem Kunden zur ständigen Nutzung
reserviert.
Upstream
Beschreibt bei xDSL die Richtung vom Endgerät des Nutzers zum Netzwerk
Zugangsgeschwindigkeit
Die Übertragungsgeschwindigkeit, gemessen in Bits pro Sekunde, mit der ein
Anschluß an das lokale Netz angeschlossen ist.
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