VPN-Tunneling
auf OSI-Ebene und IPSec
VPN-Tunneling kann man auf OSI-Schicht 2 oder
OSI-Schicht 3 realisieren.
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Vertreter des Layer-2-Tunneling sind die Protokolle
PPTP (Point to
Point Tunneling Protocol), L2F (Layer 2 Forwarding) und
L2TP (Layer 2 Tunneling
Protocol). Beim Layer-2-Tunneling werden Frames der OSI-Schicht 2 in IP-Pakete
gepackt. Auf diese Weise kann man auch Nicht-IP-Protokolle tunneln.
Erläuterungen zu den Protokollen
PPTP wurde ursprünglich von Microsoft und Ascend
(heute Lucent) entwickelt. Es handelt sich um eine Erweiterung des Point to
Point Protokolls (PPP). PPTP ermöglicht die Protokoll-transparente Übertragung
von IP-, IPX- und NetBUI-Paketen. Die einzelnen Pakete werden in eine
modifizierte Form des Generic Routing Encapsulation Protocol Version 2 (GREv2)
verpackt und zum Network Access Server (NAS) des ISP (Internet Service
Providers) transportiert. Die Datenverschlüsselung erfolgt nach dem
RC4-Verfahren mit Schlüssellängen von 40 oder 128 Bit. Eine Paket-Integritätsprüfung
ist nicht implementiert. Je Kommunikationspaar kann nur ein Tunnel aufgebaut
werden. Zur Authentifizierung beim Verbindungsaufbau dient PAP/CHAP; eine
Authentifizierung der Tunnelenden ist jedoch nicht vorgesehen. In PPTP sind
keine Key-Management-Protokolle implementiert und PPTP ist nicht standardisiert.
L2F wurde von Cisco, Nortel und Shiva entwickelt.
Eine Multiplex-ID und eine Client-ID im L2F-Header erlauben den gleichzeitigen
Betrieb mehrerer Tunnel und innerhalb jedes Tunnels mehrere parallele
Verbindungen. Unterstützt werden Punkt-zu-Punkt und
Punkt-zu-Mehrpunkt-Verbindungen. Neben PPP kann man mit L2F auch SLIP (Serial
Line Internet Protocol) tunneln. Die Authentifizierung erfolgt über ein
Challenge-Handshake-Verfahren. Eine Verschlüsselung der Daten ist nicht
vorgesehen. L2F kann über unterschiedliche Paketnetze, z.B. X.25, Frame Relay
oder ATM (RFC 2341), transportiert werden.
L2TP vereint die Vorteile von PPTP und L2F. Das
Protokoll erweitert das PPP-Modell und erlaubt, daß L2- und PPP-Verbindungen
auf verschiedenen Systemen terminieren können, die über ein paketorientiertes
Netz miteinander verbunden sind. Der Vorteil: Anstatt eine Fernverbindung zu
einem entfernten Network Access Server (NAS) aufbauen zu müssen, kann man sich
auch mit einem lokalen Konzentrator verbinden, der die logische PPP-Verbindung
z.B. via Internet bis zum NAS verlängert. L2TP ist ein Proposed Standard nach
IETF RFC 2661. Eine Tunnel-ID im L2TP-Header erlaubt den Betrieb multipler
Tunnels. Außerdem wird NAT (Network Address Translation) unterstützt.
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Layer-3-Tunneling wird meist mit IPSec realisiert. Beim
Layer-3-Tunneling werden dagegen IP-Pakete als Nutzdaten neuer IP-Pakete
verschickt.
Erläuterungen zu IPSec:
IPSec
(IP Security) ist ein Layer-3-Tunneling-Protokoll. Es wird die
Layer-2-Protokolle langfristig als VPN-Standard ablösen, da es ein höheres Maß
an Sicherheit bietet. IPSec ist für IPv4 definiert und fester Bestandteil von
IPv6. IPSec ist ein Rahmenwerk verschiedener Normen (RFC 1825-1829, bzw.
2401-2412). Wesentliche Design-Ziele bei der IPSec-Definition sind:
Die Datenintegrität und die Authentifizierung
des Datenursprungs wird mittels des Authentication Headers (AH) erreicht. Der
AH-Header schützt die Daten und einige Header-Teile des zu übertragenden
IP-Pakets vor Verfälschung. Dazu wird mittels bekannter Hash-Funktionen wie
MD-5 (Message Digest) oder SHA-1 (Secure Hashing Algorithmus) eine Prüfsumme
aus der IP-Payload gebildet und im AH-Header an den Empfänger übertragen. Wenn
dieser dieselbe Prüfsumme aus dem empfangenen Paket errechnet ist
sichergestellt, daß die Nachricht während der Übertragung nicht verändert
wurde und nur von dem Absender stammen kann, der den geheimen Schlüssel für
das gewählte Authentifizierungsverfahren kennt.
Man unterscheidet den AH-Transport- und den AH-Tunnel-Modus. Im Transport-Modus wird der AH-Header zwischen IP-Header und den Headern der Transportschicht eingefügt und somit die IP-Payload gesichert. Beim Tunnel-Modus wird eine Prüfsumme aus fast dem gesamten ursprünglichen Paket gebildet. Der AH-Header wird in diesem Fall dem ursprünglichen Paket vorangestellt und mit einem neuen IP-Header versehen. Ausgenommen von der Prüfsummenbildung sind einige Felder, wie TOS (Type of Service), TTL (Time to Live), Header-Checksum etc.. Im Tunnel-Modus enthält das innere IP-Paket im IP-Header die Source- und Destination-Adressen der miteinander kommunizierenden Rechner. Der äußere IP-Header enthält die IP-Adressen der Tunnelendpunkte.
Letzte Bearbeitung: 06/2002
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